Regenbogenstraße

Passender könnte der Namen für die Straße, die mitten in einer Kleinstadt liegt, kaum sein. Die Straße beherbergt nur ein einziges Haus, das ein Industrieller 1910 für einen Teil seiner höheren Angestellten und deren Familien bauen ließ - und niemand weiß, welcher fast göttlichen Fügung es zu verdanken ist, dass der daneben liegende Park nie einer Bebauung zum Opfer fiel.

Unterschiedlichste Menschen bewohnen das Schmuckstück, und wie überall gehen auch hier Erinnerungen, Hoffnungen, Schmerz, Liebe und andere Absonderlichkeiten mit dem Lauf der Zeit Hand in Hand.

Das Leben - ein Regenbogen zwischen Wolkenbruch und Sonnenschein.

Die derzeitigen Bewohner:

Lucrezias schwarze Haare reichen ihr fast bis zum Po. Mit ihren hochhackigen Schuhen und knallrotem Lippenstift fällt sie auf, wenn sie aus ihrer Dachgeschosswohnung stöckelt. Neben Büchern und Fotografieren hat sie eine Schwäche für Disney- und Zombiefilme, in denen sie - meist erfolgreich - nach Parallelen zwischen den beiden Genres sucht. In ihrem geheimnisvollen Büchlein schreibt sie auf dieser Basis heimlich ein Drehbuch über ihre Mitbewohner, die sie zu diversen Gelegenheiten ebenso heimlich auch fotografiert. (Andrea Salmen)

Elisabeth Wunderlich wohnt seit über 40 Jahren in dieser Wohnung. Ihr Mann Heinrich war selbständiger Schuhmacher, mit dem sie ein Fachgeschäft betrieb. Bald nachdem die beiden das Geschäft vor 14 Jahren aufgeben mussten, wurde Heinrich sehr krank und starb. Die Birke vor ihrem Schlafzimmer pflanzte er bei ihrem Einzug. Sie erinnert Elisabeth an ihre glücklichste Zeit.
Sie liebt Schuhe über alles und wählt sie nach ihrem täglichen Befinden aus. Alle im Haus wissen das und schauen Elisabeth deshalb zuerst auf die Schuhe - und dann erst ins Gesicht.
Um ihre spärliche Witwenrente aufzubessern, vermietet Elisabeth ein Zimmer an den Studenten Clemens. Dreimal pro Woche kauft Clemens ein, sie kocht dann und nach dem Essen liest er ihr vor. (Sabine Otto)

Lola hat nicht mehr viel Zeit. Sie droht als frustrierter Althippie ihr Leben beenden zu müssen, der an sich und an seinem gelebten Leben hart zweifelt. Schafft sie die dringende Versöhnung mit sich selbst? (Cindy Sell)

Britta Brandt ist gerade erst eingezogen. Sie ist eine 30-jährige, unkonventionelle, hochschwangere Frau und wohnt mit ihrem Lebenspartner Pierre zusammen. Pierre ist Asylbewerber und möchte in Deutschland bleiben. (Beate Bender)

Gregor von Papen, 19 Jahre alt, bewohnt hier im Haus unter dem Dach seine erste eigene "Bude". Und er hütet ein tiefgehendes Geheimnis vor seinen Eltern. Aber damit ist er in seiner Familie nicht allein. (Petra Fröhlen)

Lilith Maikawa ist eine exotische Schönheit mit unterfränkischer Großmutter, deren Liebe zu einem GI Lilith ihre milchkaffee-braune Haut verdankt. Vom japanischen Vater hat sie den asiatischen Augenschwung geerbt. Die Musikstudentin empfängt häufig Besuch von Herren im mittleren Alter, die nicht nur im buchstäblichen Sinne gut betucht scheinen. Nach einer halben bis ganzen Stunde verlässt der Gast Liliths Wohnung dann gut gelaunt und kommt pfeifend die Treppenstufen herunter. Die Nachbarn können sich schon denken, auf welche Weise die junge Dame ihre bevorstehende Reise in die USA finanziert. (Sabine Herr)

Im Teil 2 gehen die Geschichten weiter, denn das Leben macht auch vor unseren Protagonisten nicht Halt, alles ist in Bewegung. Kleine oder große Schritte werden unternommen, ob es immer die richtige Richtung ist?

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